Tauchen mit Seelöwen bei Isla Espiritu Santoauch die Pelikane müssen mal ne Pause machen




Reiseablauf Herbst

Reiseablauf Frühjahr






Streckenführung auf Google
in Vorbereitung





Detailierter Reiseablauf Frühjahr (noch Baustelle - sorry)

Ungefähr so, wie hier vorstellt, könnte unsere Reise ablaufen. Wetter und Präferenzen in der Gruppe entscheiden, wo genau es langgehen wird, und ob wir an einem besonders schönen Strand einfach noch einen Tag dranhängen.

Anreisetag
am Abend Treffen und gemeinsames Restaurant-Essen in einem der schönsten Restaurants der Stadt. Falls Ihr Flug spät ankommt, verpassen Sie leider das Essen. Übernachtung im Hotel Perla La Paz, ein komfortables Hotel direkt an der Strandstrasse Malecon.

Malecon Panorama
Tag 1
Heute Schwimmen und Schnorcheln mit den Seelöwen an der Insel Espiritu Santo, später Relaxen am Strand oder Sie paddeln einen der Kayaks durch das glasklare Wasser. Am Nachmittag Zeit, La Paz auf eigene Faust zu entdecken. La Paz is eine friedliche, in sich selbst ruhende Stadt, die für ihre malerischen Sonnenuntergänge berühmt ist. Die immer präsente Brise gibt La Paz eine angenehme Leichtigkeit. Wieder Übernachtung Hotel Perla La Paz

Tag 2
Die Fahrt geht nach Norden entlang der atembraubend schönen Ostküste (in den USA hätte man schon lange einen Nationalpark draus gemacht). Nach den ersten 20 Asphaltkilometern gehts auf Schotter weiter. Weil diese Strecke auf den Karten als Sackgasse geführt wird, verirrt sich hierher kein Tourist. Gut für uns. Heute machen wir unser erstes Wildniscamp an einem samtweichen Sandstrand - klar machen wir ein Lagerfeuer. Ich helfe Ihnen, sich mit dem ganzen Campingkram zurechtzufinden. Das Lagerfeuer ist dann nicht nur der Zentralpunkt für unsere Stühle - es ist auch der grosse Ofen zum Kochen. Ich nehm Ihnen diese Arbeit gern ab. Lassen Sie sich ûberraschen, wie man auf dem lagerfeuer Reis machen kann, ohne ihn zu verbrennen. Wunderschöne Nacht unter klarem Sternenhimmel. Wenige von Ihnen werden jemals so einen klaren Himmel gesehn haben. Träumen Sie schön!

Tag 3
Wenn Sie die erste Speicherkarte mit Sonnenaufgang-Bildern voll haben, sollten wir dann Frühstücken. Mit nem grossen Pott und sprudelndem Wasser auf dem Lagerfeuer. Das Lagerfeuer wird bei jedem Halt unsere Kochstelle sein. Wir machen uns dann langsam auf den Weg. Schaun mal an der halbmondförmigen Bucht von San Evaristo vorbei und fahren dann eine schlechte Piste hinauf in die Berge (viele Karten haben diesen Weg noch garnicht verzeichnet). Hier in den Hochtälern der Sierra la Giganta leben die Leute auf den entlegenen Ranchos noch so wie vor vielen hundert Jahren. Die Häuser haben sich nicht im Stil geändert und viele der Gärten mit Wein, Granatapfel, Mango und Avocado stammen noch aus der Missionszeit. Eine der Ranchos is ganz von wildem Oleander umgeben. Dieses Stück von Baja haben erst ganz wenige Reisende zu sehen bekommen. Camp irgendwo in der Wildnis, wo es schön ist. Die Bergwelt hier ist sehr rauh und steinig - nach einem ebenen Lagerplatz müssen wir schon ein wenig suchen. Wir Kochen dann wieder auf Kaktus-Holz. Sie dürfen erst Schlafen, wenn Sie mindestens eine Sternschnuppe gesichtet haben. Satellit zählt auch.

Tag 4
Auf dem Weg nach Westen flachen die Berge ab. Es bleibt aber rauh und stachlig und der Weg wird auch nicht besser. Ziel ist die Mission San Luis Gonzaga. Nicht ganz einfach zu finden, da mutige Bauern unendlich viele neue Wege in die Landschaft geschlagen haben. Mit dem Pickup kann man sich natürlich bequemer versorgen als mit Packeseln - und dennoch treffen wir immer viele Bauern auf Maultieren. Und wenn wir dem Weg mit den meisten Reifenspuren folgen sollten, liegen wir garantiert verkehrt. Ein GPS hilft zwar die Richtung zu halten, aber es garantiert nicht die Befahrbarkeit der Wege. Die Mission ist wie aus einem alten Wildwest-Film. Windumtost, verfallen und fast vergessen. Es wohnen noch ein paar Leute in den noch mehr verfallenen Häusern rundum. Hierher verirrt sich kein Mietauto oder Gruppenreisebus. In einem Seitenraum steht eine ganz entzückende kleine Marienstatue. Von frühen Einwohnern in Stein gehauen, erinnert sie eher an Maya-Kunst als an ein Kirchenwerk. Gegen Mittag kommen wir nach Ciudad Constitucion. Laute, langweilige Stadt. Zentrum des Ackerbaus in diesem topfebenen Teil von Baja. Tiefenwasser hat hier zu bescheidenem Wohlstand geführt. Wir müssen Einkaufen und Tanken - und dann nix wie raus. 80 Kilometer Asphalt und dann biegen wir wieder in eine Sackgasse ein, die die eiligen Reisenden rausfiltert. Gut so, Reisende soll man nicht aufhalten. Es geht nach Agua Verde. Wunderschöne Strecke. Locker gehts dahin. In der Ferne schroffe Bergflanken und neben dem Weg eine lichte Mischung der üblichen Baja Flora: Mesquite, Lomboy, Torote, Cardon, Palo Blanco und Cholla. Dann lötzlich macht der Weg einen Knick nach links und gibt eine Bilderbuchaussicht frei. Der Golf mit ein paar hineingesprenkelten Inselchen. In engen Serpentinen geht es hinunter zur Küste. Wir fahren zu einer der schönsten Buchten in Baja. Camp am Strand gleich neben Punta Aguja. Das Holzsuchen fürs Feuer wird ein wenig mühsam werden, da der Strand völlig ohne Treibgut ist.

Tag 5
Wir bleiben denTag (und auch gern noch einen mehr, wenn Sie es möchten) am Strand von Agua Verde. In den Felsen der kleinen Insel vor unserem Strand, es ist flach genug, dort hinzugehen, gibt es feine Lobster. Vielleicht fangen wir einen zum Lunch. Oder Sie schnorcheln und sehn sich die Korallenfische an. Wir werden unser Sonnendach für kühlen Schatten aufbauen. Am späten Nachmittag fahren wir nach Loreto. Wir übernachten im Hotel CocoCabanas oder in einem der anderen kleinen Hotels. Wie wärs mit einem schönen Restaurantessen in der Nähe der alten Missionskirche. Wie schlafen Sie heute bloss ein, ohne vorher eine Sternschnuppe gesehn zu haben?

Tag 6
Frühstück an der Strandpromenade. Wir fahren dann rauf in die Berge zur Mission San Javier. Nicht, dass die nun was Besonderes wäre - eigentlich im Gegenteil, ein wenig zu stark für den Tourismus rausgeputzt. Sogar die Strasse wird jetzt asphaltiert, damit die Mietwagen nicht dauern Plattfuss haben. Dabei sind doch schlechte Wege der beste Naturschutz. Also wir müssen da rauf, weil es keinen anderen Weg hinauf in die Berge gibt und die Fahrt auch wunderschön ist mit dem Blick zurück zur Küste und der vorgelagerten Isla Carmen. Hauptziel ist das Dorf San Juan de Comondu. Aber bis dahin werden wir es sicherlich in einem Tag nicht schaffen. Also Camp in der Wildnis. Vor ein paar Jahren haben wir zwei Tage gebraucht, weil der letzte Wirbelsturm den eh schon bescheidenen Weg so arg zerrissen hatte. Wir haben ihn in Handarbeit wieder befahrbar gemacht. Die Bauern waren uns sehr dankbar - sie waren bis dahin ein paar Monate abgeschnitten

Tag 7
Auf dem Weg nach Comondu kommt man an unsäglich armen Ziegen-Ranchos vorbei. Es gibt kaum Wasser und alles was (sehr langsam) wächst, hat Stacheln und es ist schwer vorstellbar, wie die Menschen hier der Wildnis ein Leben abtrotzen. Die Häuser der Ranchos sind auf Baja alle gleich. Als Pfosten werden Hartholzstämme vom Palo Blanco und ähnlichen Bäumen verwendet. Die Dächer sind mit Palmenwedeln bedeckt und die Seitenwände mit geflochtenen Schilfmatten verkleidet. Grosse schattige Vordächer und gestampfter Lehmboden spenden genug Kühle, um die sehr heissen Sommer zu überstehen. Das offene Feuer in der Küche hilft, die kalten Winternächte zu mildern. Sättel mit wunderschöner Lederarbeit (hier macht jede Ranch ihr eigenes Leder - Schuhe natürlich auch) hängen draussen über einen der niedrigen Äste. Alle dies Ranchos sind pieksauber und haben immer viele Blumen und Ranken, die mit Liebe jeden Tag begossen werden. Bewohner dieser Ranchos sind direkte Nachkommen, der Spanier, die mit den Missionaren ins Land kamen. Entweder als Soldaten oder Handwerker. Diese abgeschiedenen Ranchos sind wahre Schmuckstücke einer vergessenen Kultur. Die Mission von Comondu ist mein absoluter Favorit aller Kirchen in Baja. Es ist ein kleines einfaches Gotteshaus mit einem verwilderten Gärtchen. Auch hier haben die Missionare wieder Pflanzen aus aller Welt heimisch gemacht. Kein Garten einer Mission ohne eine Vielfalt an bunten Blumen - jedenfalls dann, wenn man ihn in Ruhe gelassen hat und nicht wie in Loreto einen Parkplatz für die Touristen draus gemacht hat. Sehr lustig: Am Zaun der Mission Comondu rankt sich eine wunderschöne Klitorie (clitoria ternatea). Da hat sich doch sicherlich jemand was dabei gedacht. Hab ich schon die stolzen Palmenhaine in Comondu erwähnt? Und die alten Olivenbäume? Und den ganz ungewöhnlichen Melia Baum (Melia azedarach) neben dem Eingang der Mission?
Wenn der Weg wieder befahrbar ist, holpern wir auf dem kürzesten Weg nach La Purisima. Kein sehenswerter Ort, aber die Strecke ist abwechslungsreich und führt uns direkter in Richtung San Ignacio. Benzin gibts hier draussen nirgendswo, aber ich weiss jemanden, der gegen Aufpreis ein paar Liter hergibt. Wir kommen dann an dem Dorf San Juanico vorbei, einem der Hotspots für (amerikanische) Wellenreiter. Hier könnten wir zu Abend essen, statt selbst zu kochen. Selbst für Wüstenverhälnisse ist es hier ziemlich öde. Aber wir werden schon ein heimeliges Camp finden.

Tag 8
Bevor wir zu der erbärmlichen Wellblechpiste nach San Ignacio kommen, sollten wir den "Komfort" der weniger befahrenen Sandpisten geniessen. Einige davon seit langem vergessen. Es ist abenteurlich, solchen Andeutungen von Wegen zu folgen. Einer davon führt an einem blendend weissen Salzsee vorbei. Vielleicht machen wir einen Abstecher an den Pazifik. Die endlosen Strände hier in der Gegend sind flach und schnell zu befahren. Riesige Wellen, sturmstarker Wind und gefährliche Unterströmungen erinnern irgendwie an die Nordsee. Richtig warm ist es hier auch nie. Im Schutz der grossen Lagune ist es weit angenehmer. Wenn es sich einrichten lässt, werden wir uns hier schon mal ein Boot chartern und Wale besuchen gehn. Vielfältige Einflüsse wie Tageszeit, Wind, die Laune und/oder der der Bierkonsum des Bootsbesitzers entscheidet, ob wir heute noch rausfahren - oder morgen. Oder einfach "mañana", was hier nicht "morgen" heisst, sondern "nicht heute". Sollte man uns gnädig den Walen vorführen, so werden wir die Nacht im Hotel in San Ignacio verbringen. Falls wir vor Ort übernachten sollten, um am Morgen zu den Walen rauszufahren, verschiebt sich das nachfolgend vorgestellte Programm natürlich. Aber keine Sorge, wir sind da sehr flexibel.
Also, mal angenommen, wir dürfen noch am selben Tag Wale sehen und fahren dann zur Übernachtung ins Hotel in die Missionsstadt San Ignacio. Die Schotterstrecke dorthin grenzt an Körperverletzung. Sehr grobes Waschbrett lässt Zahnplomben ausfallen und Autos verrecken. Nach neuesten Gerüchten soll die Strasse im Winter 2008 geteert werden. War nun wirklich Zeit. Wir werden rausfinden, ob das Grücht wahr ist. San Ignacio ist ein verträumtes Städtchen abseits der Mex1. Wie schön man doch Kulturerbe erhalten kann, wenn man die Verkehrswege nur weit genug entfernt dran vorbeiführt. Der Markplatz mit seinen 6 riesigen Laurelbäumen ist mein liebster Platz in ganz Baja - so friedlich und beschaulich. Stundenlang sitzen und dem gemächlichen Treiben zusehen. Kinder auf dem Weg zur Schule, Rentner beim Schnack, Frauen auf dem Weg zum Einkaufen. Nur wenige Touristen kommen durch - die meisten fahren weiter ohne anzuhalten. Versteckt in einer Mauer der Missionskirche, ein paar Stufen gehts hinunter, findet sich sowohl das Büro, in dem man sich für die Höhlenmalerei Expedition die Genehmigung holen muss, als auch eine kleine Ausstellung mit Nachbildungen der Höhlenmalereien. Kein Schild raussen dran verrät, wie mans findet. Unser schönes Hotel liegt am Rand der Palmenoase, die San Ignacio einen Platz in den Reiseführern beschert hat. Tausende von Dattelpalmen und nirgends kann man Datteln kaufen. Hat sich nie einer drum gekümmert.

Tag 9
Auf Asphalt (endlich mal wieder) gehts auf der MEX1 ins Städtchen Vizcaino, durch die Vizcaino Wüste, in die unaufhaltsam immer mehr landwirtschaftliche Projekte gesetzt werden. Das Naturparadies Baja California wird Stückchen für Stückchen verkauft. Die bedrohte Vizcaino Antilope gibt es fast nur noch auf Bildern. Vizcaino ist ein staubiges Strassendorf ohne jeden Reiz. Aber es gibt Benzin. Gleich nach dem Tanken verlassen wir die Asphaltstrasse und folgen einer neuen wunderschöne Strecke durch riesige Kakteen nach San Francisquito. Gelegentlich führt die Strecke im Frühjahr durch ein Blumenmeer. Die richtige Menge Regen zur rechten Zeit, und die sonst sandige Wüste explodiert in einem Farbrausch und es ist kaum noch Sand zu sehen. Aber meistend regnet es nicht zur rechten Zeit und die Wüste zeigt uns ihre sandige Seite. Auch recht. Übernachtung in witzigen Bretterhütten am Strand von San Francisquito. Vielleicht lassen wir uns von der Besitzerfamile bekochen. Dieser abgelegene Strand kann auch mit dem Flugzeug erreicht werde - er hat eine recht gute Landepiste. Viele der ersten abenterlustigen Amerikaner haben auf diese Art und Weise ihr einfaches Strandhaus erreicht - mit dem Flugzeug. Denn Bajas schönste Strände waren noch nie einfach zu besuchen - vor allen Dingen nicht auf die Schnelle. Wenn alle Hüttchen besetzt sind oder wir generell lieber direkt am Strand schlafen wollen, fahren wir ein Stückchen weiter nach El Barril. Traumhafter Strand!

Tag 10
Ziel für heute is Bahia de los Angeles. Es gibt eine Reihe von Wegen, die dort hinführen. Eine Schotterstrasse, ein trockenes sandiges Flussbett oder den alten Missionarsweg. Wir haben die Qual der Wahl. Mein Favorit ist der Missionarsweg. Ursprünglich und von anderen (noch) unentdeckt. Auf dem Weg nach Bahia de los Angles liegen zwei Stände, die es wert sind anzuhalten - Playa San Rafael (nicht, wenn wir den Missionarsweg wählen) und Bahia de las Animas (die Bucht der guten Geister). Je nach Windstärke könnten wir einen Strandtag anhängen. In Bahia de los Angles werden wir im Hotel Las Hamacas übernachten. Einfach und sauber. Die lokalen Restaurants sind gar nicht mal schlecht. Bahia de los Angeles liegt an einer begnadet schönen Bucht, ist aber selbst ein verlorenes Drecksnest. Und dass es hier die verrückteste Sylvesterfeier gibt, hat sich leider schon rumgesprochen.

Tag 11
Am frühen Morgen sollten wir eine Bootsfahrt unternehmen. In der Bucht liegen 16 malerische Inseln zwischen denen wir eine erstaunliche Vielfalt an grösseren Meerestieren sehen können. Seerobben, Delfine, Blauwale, Hammerhaie und viele viele Vögel. Nicht weit ausserhalb des Dorfes (Stadt wäre weit hergeholt) werden wir uns die Felszeichnungen im Valle Montevideo ansehen. Sie haben einen Stil, der sich bei keinen anderen Felszeichnungen in Baja findet, obwohl es eine Menschendarstellung gibt, die Ähnlichkeit mit Zeichnungen des Südens hat. Die Asphaltstrasse zum Knotenpunkt bei Punta Prieta ist hervorragend gepflegt (10 Jahre lang war es eine grauenhafte Schlaglochpiste). Nach wenigen Kilometern auf der MEX 1 biegen wir wieder in die friedliche Wildnis ab. Es folgt ein Stück, das ihr Fotoauge entzücken wird - wohl die schönste Pflanzenkombination in Baja California überhaupt. Cirio (die, die wie umgekehrt in den Boden gestecke Karotten aussehen), mächtige Cardon Kakteen, immergrüne Kreosote-Büsche, riesige Agaven, Kandlaber Kakteen, Pitayas, Bleistift Kakteen, Teddybär Chollas und eine Vielzahl von Büschen. Wir folgen dabei dem alten Missionars weg, der leider auch schon von den Off-Road Rennfahrern entdeckt wurde - er ist schändlich kaputtgefahren. Aber das ist auch wieder gut so. Weil kaputt traut sich hier kein Tourist her. Naturschutz durch schlechte Wege. Etwas später kommen wir dann durch das Valle Encantada - das verzauberte Tal. Verzaubert, weil es viel Wasser gibt und damit Vögel. Das Wasser ist teilweise warm - aber leicht arsenhaltig. Steife mannshohe Grasbüschel versuchen, den Weg zu verschlingen. Man kommt sich vor wie in einer Autowaschanlage. Die Talwände sind aus Schiefer und schillern in allen nur vorstellbaren Farben. Kurz bevor wir das Tal verlassen, sprudeln Mineralquellen aus dem Boden und bilden den typischen Onyx-Dom. Es gibt Überreste der Mission Calamjue, die es aber nicht wert sind, deswegen anzuhalten. Wir folgen weiter dem Missionarsweg und campen in einer ganz lieblichen Landschaft aus weit verstreuten Kreosote-Büschen.

Tag 12
Am morgen werden wir bei Coco vorbeischaun. Coco ist ein wahrhaft inspirierender Lebenskünstler, der sich an einer Kreuzung in menschenleerer Wildnis vor Jahren niedergelassen hat. Durch Zuckerkrankheit hatter er ein Bein verloren und damit natürlich auch seinen Beruf. Keiner wollte sich recht kümmern - also hat er sich in seinen Rollstuhl gesetzt und ist 500 Kilometer auf der Mex 1 nach Süden gefahren. Genau hierher an diese Ecke. Lebt hier mit seiner Katze Susie und unterhält alle, die die Musse haben, an seiner Bretterhütte anzuhalten. Auf dem Weg nach Alfonsinas kommen wir durch ein Stückchen Landschaft, das wie aus einem Wildwestfilm scheint. Riesige Steinmurmeln und gelegentlich eingesprenkelte Kakteen. Alfonsinas ist eine kleine Ansammlung von Ferienhäusern uf einer Sandbank. Mit einer Landepiste direkt vor der Tür. Hier parken die Leute Flugzeug und Auto direkt am Haus. Und auch am Parkplatz des Restaurants am Ende der Landebahn parkt das gelegentliche Flugzeug, neben Geländewagen und Motocross Maschinen. Das "Restaurant" ist eigentlich eine windige Bretterbude, aber das Essen ist hervorragend und der Service so nett, wie nirgendwo. Die drangehängten Hotelzimmer verleugnen nicht die weiss getünchten Spanplatten, haben aber ne feine Dusche und einen unbezahlbaren Blick auf die Bahia San Luis Gonzaga - so schön, dass man sich wundert, dass hier noch kein 10-stöckihges Hotel steht. Keine Sorge, die Pläne sind schon eingereicht. Wir werden es uns im Resaurant gut gehen lassen. Die Küche is bekannt für besonders lecker Zubereitungen. Die Auswahl ist eingeschränkt, aber mit etwas Glück gibts frischen Fisch und Camarones (Gambas) - dazu erfrischendes mexikanisches Bier oder eine Margarita (die macht schon recht lustig). Wenn wir ein Zimmer bekommen, nehmen wirs - wenn nicht, gehen wir an den Strand. "Hotels" wie zum Beispiel hier Hotel Alfonsinas, liegen so einsam und ohne jede Kommunikationsmöglichkeit, dass Reservierungen nicht machbar sind.

Tag 13
Wir müssen früh am Morgen raus. Sonst wirds zu warm. Wir wollen im Cañon Santa Maria einem lang vergessenen Indianerpfad folgen. Es ist eins der schönsten, und zugleich unzugänglichsten Canyons in Baja. Das Tal für das ganze Jahr hindurch Wasser. Oft lassen sich hier die scheuen Borrego Bergziegen beobachten. Gelegentlich auch ein Puma (keine Sorge, die sind noch scheuer). Durch das regelmässige Wasser ist das tal voll mit Palmen. Zwischen den weitverbreiteten grünen Fächerpalmen (Washingtonia robusta) haben wir hier Gelegenheit, die seltenen blauen mexikanischen Fächerpalmen (Erythea armata) zu sehen. Ein wunderbares Farbspiel - Blauer Himmel, weisser Granit, grünes Wasser und dazu blaue und grüne Palmen. Die Wanderung hinauf zur Mission Santa Maria würde ein paar Tage dauern, also begnügen wir uns mit ein paar Kilometern. Am Nachmittag fahren wir nach Catavina. Wildniscamp in einer bizarren Lanschaft gesprenkelt mit Riesenfelsen.

Tag 14
Es gibt eine sehr sehenswerte Höhle mit Indianerzeichnungen und natürlich die weltberühmte Landschaft mit Millionen von gerundeten Riesenfelsen, auch bekannt als Catavina Boulderfield. Es wäre Zeit, ein passenderes, romantischeres Wort für diese Bilderbuchlandschaft zu finden. Boulderfield hört sich an wie Schrottplatz. Eine Wanderung durch diese Traumlandschaft ist schon was besonderes. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Süden. Wir werden für einige Stunden auf der Mex1 fahren.
Zum Glück welchseln die Ausblicke und Landschaften ununterbrochen. Eindrucksvoll ist immer wieder der langsam am Horizont aufsteigende Vulkan Tres Virgenes. In Santa Roalia müssen wir unbedingt noch die Fertigteil-Kirche von Eiffel besuchen - nicht zu vergessen auch die Ingenieurs Häuser auf der Nord Mesa. Übernachtung in der Nähe von Punta Chivato

Tag 15
Noch ein paar letzte Muscheln sammeln am Santa Ines Strand, Lunch in einem lustigen kleinen Restaurant bei Mulege, deren Knoblauchsuppe nirgendwo anders so gut ist. Dann reihen sich noch ein paar Paradiesbuchten wie eine Perlenkette entlang der Strasse. Leider laut durch die Strassennähe und überfüllt mit Campern bescheiden wir uns mit Fotos. Ziel ist Loreto. Hotelübernachtung im CocoCabanas oder Desert Inn. Am Maktplatz kann man sehr gut essen. Passend zum Wetter natürlich draussen.
* Wenn wir heute erst die Wal-Tour machen, fahren wir am Nachmittag direkt nach Loreto.
Tag 16
Fahrt von Loreto aus gehts wieder über die Sierra la Giganta, ein steiler Aufstieg der Strasse aus Meereshöhe in ein malerisch zerklüftes Gebirge. Es sind dann nur noch ein paar Stunden zurück zum Ausgangsort unserer Reise. Zurück ins bunte Leben der Bundeshauptstadt La Paz. Gemeinsames Abschiedsessen im besten Restaurant der Stadt. Übernachtung Hotel Perla

Abreisetag



Die verfallene Mission San Luis Gonzaga




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